Zum anderen ist der pädagogische Prozess aber auch ein intensiver Erziehungsprozess, in dem soziale Fähigkeiten vermittelt, eingeübt und gefestigt werden. Dabei sollte unbedingt mit dem Irrtum aufgeräumt werden, Schule sei nur die Vorbereitung auf das Leben. Die Schule ist ein wichtiger Bereich des Lebens selbst. D. h., wenn soziale Kompetenzen vermittelt werden sollen, müssen diese in der schulischen Einrichtung selbst als Lebens- und Arbeitsgrundsätze diskutiert und allgemein unter Schülern wie Lehrern anerkannt und umgesetzt werden. Erziehen heißt somit vorleben, miteinander und füreinander leben. Dieser Prozess wird als ein sehr widersprüchlicher, manchmal auch schmerzlicher Prozess erfahren, in dem Schüler wie Lehrer ständig ihre Einstellungen zu sich und zueinander überprüfen, diskutieren und - wenn nötig - neu definieren.

Der persönlichen Entfaltung von individuellen Neigungen wird in der Schule auch durch vielfältige außerunterrichtliche Angebote große Aufmerksamkeit geschenkt. Die Möglichkeit der weiteren Ausbildung kreativer Fähigkeiten in einem frei gewählten Rahmen und in entspannter, didaktisch wie methodisch offener Atmosphäre, wird durch die Schulleitung nachhaltig gefördert.

Der Gestaltung dieses Bildungs- und Erziehungsprozesses an der Beruflichen Schule "Theodor Hoppe" liegen folgende Paradigmen pädagogischen Handelns zu Grunde:

  • Schülerinnen und Schüler arbeiten gemeinsam mit dem Lehrkörper am Fundament eines Wertesystems, auf dem die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler beruht.
  • Es gilt, auf der Grundlage dieses Wertesystems eine Organisation von Schule zu entwickeln, in der Schülerinnen und Schüler individuelle Haltstrukturen finden, um ihr tägliches Leben optimal gestalten zu können z. B. in Hinsicht auf ihre Zeiteinteilung, in Bezug auf Personen, auf die Aufnahme und Festigung der Unterrichtsinhalte, auf die Pflege persönlicher Beziehungen, auf das Kennenlernen ihrer neuen Lebensumwelt sowie das sichere, möglichst stressfreie Bewegen in diesem Umfeld.
  • Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit, Authentizität und konsequentes Handeln gelten hierbei als entscheidende Verhaltensnorm des Lehrkörpers sowohl in der Zuwendung zum einzelnen Schüler als auch bezogen auf die eigene Persönlichkeit, damit dem Jugendlichen eine sichere Plattform geboten wird, seine eigenen Interessen und Bedürfnisse in einem produktiven Diskurs mit dem Lehrer zu diskutieren und zu entwickeln.

In dem oben genannten Paradigmenzusammenhang müssen vor allem solche Kompetenzen herausgebildet werden, die Teamfähigkeit und Konfliktfähigkeit, die Selbstorganisation von Lernprozessen und Problemlösungen, die Kommunikation und das Denken in größeren Zusammenhängen fördern.
Die Atmosphäre dieses permanenten Kommunikationsprozesses

  • muss von einem gegenseitigen Vertrauensverhältnis geprägt sein, das jedem, ob Schüler oder Lehrer, unterstellt, seine Tätigkeit für das Wohl aller auszufüllen,
  • ist von der Erkenntnis geprägt, dass weder der Schüler noch der Lehrer noch die Eltern vollkommen sind,
  • fördert Kritik, die offen, taktvoll und sachlich vorgebracht wird und dem Gegenüber die Möglichkeit, den Willen und den Mut zur Veränderung zutraut,
  • macht es möglich, die Leistungsfähigkeit und das Verhalten des Einzelnen realistisch einzuschätzen in einer offenen Art und Weise, die jedoch die Würde des Einzelnen nicht antastet. Respekt und Diskretion gilt es hier im besonderen Maße zu wahren.

Als sachliche Grundlage dieser Kommunikationsatmosphäre soll eine Hausordnung erarbeitet werden, die von der Schulkonferenz beschlossen wird.